Auf einen Blick
Worum es geht
Hidden Places Teil 5 führt ins Späth-Arboretum in Baumschulenweg – passend zum Traditionsfest nebenan bei den Späth’schen Baumschulen.
Rubrik
Freizeit, Kultur, Urbanes
Veröffentlicht
16.09.2026
Mit dem Rad
Bei Verkehrs- und Baustellenthemen vor dem Losfahren Sperrungen, Umleitungen und sichere Alternativen prüfen.
Eine alte Villa, beschilderte Beete und Bäume mit Geschichte: Das Späth-Arboretum in Baumschulenweg ist mehr als eine grüne Pause. Hier lässt sich entdecken, wie aus einem privaten Schaugarten ein botanischer Garten der Humboldt-Universität wurde.
Aktueller Anlass: Am 19. und 20. September rückt die Späthstraße noch einmal besonders in den Blick. Nebenan bei den Späth’schen Baumschulen läuft dann das Traditionsfest mit grünem Markt am Samstag und am Sonntag geht es mit dem zweiten Festtag weiter. Wer wegen Markt, Pflanzen und Gartenstimmung kommt, kann gleich den historischen Blick nebenan mitnehmen: Das Arboretum erzählt, wo Baumschulenweg seine Wurzeln hat.
An der Späthstraße lohnt es sich, vom Rad zu steigen. Die bewachsene Fassade und die Pflanzflächen dahinter gehören zu einem Ort, an dem Gartenbau, Wissenschaft und die Geschichte des Stadtteils zusammenkommen. Der fünfte Teil unserer Hidden-Places-Reihe führt zu diesem kleinen Stück Berliner Gartengeschichte.
Wo Baumschulenweg Wurzeln schlug
Der Name des Ortsteils kommt nicht von ungefähr. Franz Späth verlegte seine Baumschule 1864 hierher und prägte damit die Entwicklung der Gegend. 1874 ließ er ein repräsentatives Wohnhaus errichten. Der Garten am Haus wurde zum Ausgangspunkt für das spätere Arboretum.
Die Villa war also kein beliebiger Parkschmuck, sondern Teil eines Gartenbaubetriebs. Wer heute die Fassade betrachtet, sieht auch eine Spur jener Zeit, in der Pflanzenzucht und Pflanzenhandel diesen Rand Berlins veränderten.
Bewachsene Fassade am Späth-Arboretum, aufgenommen am 10. August 2026. Foto: Köpenick Info.
Ein Landschaftspark mit einer zweiten Aufgabe
1879 entstand nach Plänen des Berliner Gartendirektors Gustav Meyer ein Park im englischen Landschaftsstil. Er sollte nicht nur schön aussehen: Neue Gehölze wurden hier erprobt und den Kunden der Baumschule vorgeführt.
Diese Herkunft erklärt eine Besonderheit der Anlage. Die alten Baum- und Strauchgruppen folgen überwiegend gestalterischen Gesichtspunkten, nicht einer strengen Ordnung nach Herkunft oder Verwandtschaft. Der Garten war zugleich Wohnumfeld, Schaufenster und Versuchsfeld.
Späth-Arboretum: ein Garten zum genauen Hinsehen
Seit 1961 gehört das Arboretum zur Humboldt-Universität. Auf 3,5 Hektar bewahrt sie eine lebende Pflanzensammlung für Forschung und Lehre. Zum Ensemble gehören außerdem das Späth-Archiv und ein Herbarium mit konserviertem Pflanzenmaterial.
Die beschilderten Beete eröffnen einen anderen Blick als eine gewöhnliche Parkrunde. In der Systematischen Abteilung stehen Pflanzen nach ihren Verwandtschaftsbeziehungen zusammen. Blattformen, Wuchs und Blüten lassen sich dort unmittelbar vergleichen. Es lohnt sich, bei wenigen Pflanzen genauer hinzusehen, statt nur möglichst viele Namen zu lesen.
Pflanzflächen und Beschilderung im Arboretum am 10. August 2026. Foto: Köpenick Info.
Dein Besuch in Baumschulenweg
Ziel: Späthstraße 80/81, 12437 Berlin. Vom S-Bahnhof Baumschulenweg führt der Weg über die Baumschulenstraße zur Späthstraße. Plane das Arboretum als Spaziergang ein; die angrenzenden Späthschen Baumschulen sind ein eigener Betrieb und haben eigene Besuchszeiten.
Öffnung vor der Anfahrt prüfen: Regulär ist das Arboretum von April bis Oktober mittwochs, donnerstags, samstags, sonntags und an Feiertagen von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Berlin.de weist mit Stand vom 12. August 2026 jedoch noch auf eine Teilsperrung wegen der Erneuerung der Bewässerungsanlage hin. Die dort für Mitte August angekündigte vollständige Wiederöffnung ist kein Nachweis, dass inzwischen alle Wege zugänglich sind. Prüfe deshalb die aktuellen Besucherinformationen der Humboldt-Universität, bevor Du losfährst.
Für eine längere Runde findest Du im Stadtteilguide Baumschulenweg weitere Ziele. Den direkten Ortsüberblick gibt es auf unserer Seite zum Späth-Arboretum.
Passender Termin nebenan: Das Traditionsfest mit grünem Markt findet am 19. und 20. September bei den Späth’schen Baumschulen statt. Plane Arboretum und Fest als zwei benachbarte, aber unterschiedliche Orte: hier die botanische Sammlung, dort Markt, Gartenangebote und Festprogramm.
Nebenan bei Späth: Blumen, Gartenwege und alte Technik
Zwischen Blüten, Pflanzreihen und alten Gebäuden zeigen die benachbarten Späthschen Baumschulen eine andere Seite der Gartenbaugeschichte. Gerade rund um das Herbstfest lohnt dieser Vergleich: Nebenan geht es lebendig um Markt, Pflanzen und Gartenkultur; im Arboretum wird sichtbar, wie tief diese Geschichte in Baumschulenweg verwurzelt ist. Die sechs Aufnahmen stammen vom 10. August 2026 und zeigen das Baumschulgelände, nicht den Gehölzpark des Arboretums.
Fotos: Köpenick Info, 10. August 2026.
Quellen und Hintergründe
- Bezirksamt Treptow-Köpenick: Geschichte von Baumschulenweg
- Humboldt-Universität: Arboretum, Späth-Archiv und Herbarium
- Humboldt-Universität: Garten und Pflanzensammlung
- Berlin.de: Geschichte und Besuchshinweise
Fotos: Köpenick Info, 10. August 2026.
Teil 5 von 5: Botanische Sammlung, Gartenbaugeschichte und die Späthsche Prägung von Baumschulenweg. ← Vorheriger Teil: Flugplatz Johannisthal und Aerodynamischer Park · Alle Hidden Places
Weiter in der Hidden-Places-Reihe






