Hidden Places, Teil 9: Der Prellstein der Uferbahn in Alt-Schmöckwitz

Historischer Prellstein der Schmöckwitz-Grünauer Uferbahn mit Erklärungstafel in Alt-Schmöckwitz

Auf einen Blick

Worum es geht

Ein kleiner Stein erzählt von der Uferbahn, ihrer verschwundenen Wagenhalle und dem Bürgerprotest für ihren Erhalt. Hidden Places, Teil 9.

Rubrik

Freizeit, Kultur, Urbanes

Veröffentlicht

27.10.2026

Mit dem Rad

Bei Verkehrs- und Baustellenthemen vor dem Losfahren Sperrungen, Umleitungen und sichere Alternativen prüfen.

Ein kleiner Stein neben der Endhaltestelle – und eine Geschichte, die bis heute weiterfährt. In Alt-Schmöckwitz erinnert der historische Prellstein der Uferbahn nicht nur an den Bau einer Straßenbahnstrecke. Die Tafel davor erzählt auch von Menschen, die ihre Bahn nicht aufgeben wollten. Für Teil 9 unserer Hidden-Places-Serie schauen wir auf diese leicht übersehene Spur: Was verbindet den Stein mit dem Jahr 1911, dem Bürgerprotest von 2011 und der verschwundenen Wagenhalle?

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Mehr Informationen

Mit Köpenick Info zum Prellstein

Unser Short führt von Grünau nach Alt-Schmöckwitz und verbindet den heutigen Besuch mit einem Blick ins alte Depot. Die Geschichte des kleinen Steins steht dabei im Zusammenhang mit der Uferbahn und ihrer Wagenhalle.

Filmseite mit gesprochenem Text und Quellen · Short auf YouTube ansehen

Der Fund: eine Tafel, zwei Zeiten, ein Anliegen

Du findest den Prellstein im Dorfkern von Alt-Schmöckwitz, nahe der Endhaltestelle und dem Weg zur Kirche. Auf der Tafel stehen der Baubeginn der Uferbahn am 11. März 1911, ihre 7,8 Kilometer lange Strecke und der Aufruf: „Die Uferbahn muss weiter fahr’n!“

Die Tafel wurde am 11. März 2011 angebracht. Sie bezeichnet den Stein dahinter als historischen Prellstein von der Strecke der Uferbahn. Entscheidend ist hier der Zusammenhang: Der alte Gegenstand wurde zum sichtbaren Zeichen für den Erhalt einer Verbindung, die seit Generationen zum Ort gehört.

Warum Schmöckwitz seine eigene Bahn brauchte

Die Gemeinde war schlecht an die Eisenbahn angebunden. Eine Straßenbahn nach Grünau sollte das ändern. Am 9. März 1912 eröffnete die Schmöckwitz-Grünauer Uferbahn. Sie verband den Ort mit dem Bahnhof Grünau und erschloss unterwegs die Ausflugsziele am Langen See. Heute fährt hier die Tram 68.

Für Schmöckwitz war die Bahn damit mehr als ein Verkehrsmittel: Sie brachte den Anschluss Richtung Berlin und machte den Weg zwischen Dorf, Wald und Wasser einfacher. Genau diese Verbindung steckt hinter der unscheinbaren Erinnerung am Straßenrand.

Ein Blick in die Anfänge der Uferbahn

Diese historische Fotografie zeigt den Benzoltriebwagen 2 mit Personal. Wir haben sie für einen kurzen Rückblick behutsam animiert. Im neuen Short ist davon ein Ausschnitt bei etwa Sekunde 37–40 zu sehen; hier läuft die gesamte gut neun Sekunden lange Szene.

KI-Animation, keine historische Originalfilmaufnahme. Vorlage laut Dateiseite von 1913; Fotograf unbekannt, Sammlung Sigurd Hilkenbach.

2011: Als der Erhalt der Strecke auf dem Spiel stand

Die Debatte um eine Verkürzung der Strecke begann 2006. Notwendige Gleisarbeiten und die Zukunft der Verbindung nach Schmöckwitz wurden zum Streitpunkt. 2011 spitzte sich die Situation zu. Die Tafel am Prellstein gehört genau in diese Zeit: ein öffentlicher Appell, die Bahn zu erhalten.

Im April 2011 bildeten engagierte Bürgerinnen und Bürger eine Menschenkette entlang der Linie von Grünau nach Schmöckwitz. Einen Monat später fiel die Entscheidung des Landes, die Sanierungskosten für die Jahre 2012 bis 2015 zu übernehmen. Der Erhalt gelang. Wer heute an dem Stein vorbeigeht, steht also auch vor einer kleinen Erinnerung daran, was gemeinsamer Einsatz vor Ort bewirken kann.

Die verschwundene Wagenhalle gehört zur Geschichte dazu

Zur Uferbahn gehörte eine Wagenhalle am Adlergestell. Unsere Archivfilme von 1992 und 1996 zeigen, wie dort noch rangiert wurde: historische Wagen, enge Gleise und offene Hallentore. 2008 brannte die Halle aus; 2022 wurden die verbliebenen Reste abgetragen. Die Bahn fährt weiter, das Gebäude ist verschwunden.

Der Prellstein ist deshalb ein guter Ausgangspunkt für den zweiten Blick auf den Ort. Nicht jede Spur ist ein großes Bauwerk. Manche Geschichten erschließen sich erst, wenn man die erhaltenen Hinweise mit den Bildern von früher zusammendenkt.

Erlebnis-Galerie: Uferbahn und Schmöckwitz im Film

Such Dir einen Moment aus der Ortsgeschichte aus. Die Filme stammen ausschließlich aus unserem Schmöckwitz-Kanal und der eigenen Mediathek. Schmöckwitz Info war die Vorgängerseite von Köpenick Info – dieses Ortsarchiv führen wir heute weiter.

1992 · Im alten Depot – Film aus dem Schmöckwitz-Info-Archiv

1992 · Im alten Depot

Eine historische Straßenbahn rangiert in die Wagenhalle. Aufnahme vom 8. März 1992.

Schmöckwitz Info · 2:37 Minuten

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1996 · Rangieren in Schmöckwitz – Film aus dem Schmöckwitz-Info-Archiv

1996 · Rangieren in Schmöckwitz

Halle, Gleise und Wagen im damaligen Betrieb. Aufnahme vom 6. Juni 1996.

Schmöckwitz Info · 2:10 Minuten

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2022 · Abschied von der Wagenhalle – Film aus dem Schmöckwitz-Info-Archiv

2022 · Abschied von der Wagenhalle

Unser Film verbindet frühere Betriebsszenen mit dem späteren Abriss.

Schmöckwitz Info · 1:01 Minuten

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Historische Wagen auf Traditionsfahrt – Film aus dem Schmöckwitz-Info-Archiv

Historische Wagen auf Traditionsfahrt

Ein Wiedersehen mit alten Wagenzügen in Alt-Schmöckwitz am 21. August 2022.

Schmöckwitz Info · 2:01 Minuten

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Ein historischer Triebwagen im Ort – Film aus dem Schmöckwitz-Info-Archiv

Ein historischer Triebwagen im Ort

Ein kurzer Straßenbahnmoment aus dem Schmöckwitz-Kanal.

Schmöckwitz Info · 0:09 Minuten

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Im Schmöckwitz-Kanal weiterstöbern

Den Hidden Place selbst entdecken

Mit der Tram 68 bis Alt-Schmöckwitz bist Du schon fast am Ziel. Plane vor Ort ein paar Minuten für Tafel, Stein und den Blick auf die heutige Straßenbahn ein. Auf der Ortsseite zum Prellstein findest Du die Lage und weitere Bilder.

Mit dem Rad lässt sich der Besuch mit der Strecke ab Grünau verbinden. Bei unserer Runde am 27. Oktober 2026 haben wir auch an der Regattatribüne gehalten: Sie wurde am 31. Mai 2024 nach der Sanierung wiedereröffnet; am neuen Zielturm wurde während unseres Besuchs noch gearbeitet. Der kurze Abstecher ist eine Ergänzung – der kleine Zeitzeuge im Dorfkern bleibt unser Fund dieser Folge.

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Quellen und Bildnachweise

Geschichtliche Grundlage zu Eröffnung, Tafel und Bürgerprotest: Museen Treptow-Köpenick: Gedenktafel der Uferbahn. Regattatribüne: Bezirksamt zur Wiedereröffnung am 31. Mai 2024. Brand und Abriss der Wagenhalle: unser Archivbeitrag und der Film „Abriss & Abschied“ im Schmöckwitz-Kanal.

Fotos vom Prellstein: Köpenick Info Redaktion. Historische Fotovorlage der gekennzeichneten KI-Animation: Benzoltriebwagen 2, Fotograf unbekannt, Sammlung Sigurd Hilkenbach; Dateiseite datiert die Vorlage auf 1913. Filmvorschauen und eingebettete Videos: Schmöckwitz-Kanal und eigene Mediathek. Bei den Depotfilmen nennen die Titel das Aufnahmejahr; hochgeladen wurden sie später. Die Animation ergänzt Bewegung und ist keine historische Filmquelle.