Hidden Places, Teil 1: Am Mauerweg von Alt-Treptow zur Sonnenallee

Wegweiser des Berliner Mauerwegs an der Bouchéstraße in Alt-Treptow

Auf einen Blick

Worum es geht

Zum Mauerbau-Jahrestag startet die Hidden-Places-Serie mit einer Spur vom Schlesischen Busch in Alt-Treptow bis zum ehemaligen Grenzübergang Sonnenallee.

Rubrik

Freizeit, Kultur, Urbanes

Veröffentlicht

12.08.2026

Mit dem Rad

Für Radthemen lohnt der Blick auf Route, Abstellmöglichkeit und aktuelle Baustellen im Umfeld.

Hidden Places in Treptow-Köpenick · Teil 1

Am 13. August 1961 wurde Berlin abgeriegelt. In Alt-Treptow, Plänterwald, Baumschulenweg und an der Sonnenallee ist davon heute keine Mauer mehr zu sehen wie auf alten Fotos. Genau das macht diese Strecke stark: Die Geschichte liegt nicht hinter einer Museumstür, sondern zwischen Parkweg, Wohnstraße, Radspur und Kreuzung.

Der erste Teil der Serie folgt einer gut fahrbaren Spur: vom Grenzwachturm am Schlesischen Busch über den Berliner Mauerweg bis zum früheren Grenzübergang Sonnenallee. Nicht geheim. Nicht verboten. Aber leicht zu übersehen, wenn Du nur vorbeifährst.

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Wegweiser des Berliner Mauerwegs an der Bouchéstraße in Alt-Treptow

Warum dieser Ort zur Serie gehört

Hidden Places sind hier keine Lost Places und keine Mutprobe. Es sind Orte, deren zweite Ebene erst sichtbar wird, wenn man den Zusammenhang kennt. Am Schlesischen Busch steht ein ehemaliger Wachturm in einer heutigen Parkanlage. Der Mauerweg führt durch Straßen, die ganz normal wirken. An der Sonnenallee erinnert eine Infostele daran, dass diese Alltagsachse einmal Grenze, Kontrollpunkt und Unterbrechung war.

Die kurze Fahrradspur

  • Start: Grenzwachturm Schlesischer Busch, Puschkinallee.
  • Weiter: Berliner Mauerweg über Bouchéstraße, Plänterwald und Baumschulenweg.
  • Ziel: ehemaliger Grenzübergang Sonnenallee.
  • Mit dem Rad: kurze Stadttour, aber keine Sonntagsallee. Rechne mit Kreuzungen, wechselnden Wegoberflächen und Verkehr an Sonnenallee und Baumschulenweg.

1. Schlesischer Busch: der Turm, der im Park stehen blieb

Der Grenzwachturm am Schlesischen Busch wirkt heute fast zu still für seine frühere Funktion. Rundherum Park, Wege, Grün, Alltag. Der erhaltene Turm erinnert daran, dass hier nicht einfach eine Linie auf der Karte verlief, sondern ein kontrollierter Grenzraum. Nach Angaben der Berliner Museen Treptow-Köpenick wurde von der Führungsstelle dieser Abschnitt der Grenzanlagen überwacht; heute ist der Turm ein Denkmal und einer der deutlichsten Orte am Treptower Mauerweg.

Gerade dieser Kontrast macht den Ort lesbar: Aus militärischer Kontrolle wurde eine Parklandschaft. Man muss nichts dramatisieren. Der Bruch ist stark genug.

Mehr zum Ort Grenzwachturm Schlesischer Busch

Ehemaliger Grenzwachturm Schlesischer Busch an der Puschkinallee
Wegweiser des Berliner Mauerwegs an der Bouchéstraße in Alt-Treptow

2. Bouchéstraße und Mauerweg: Geschichte im Straßenpflaster

Der Mauerweg ist hier keine breite Gedenkpromenade. Er zieht durch dicht bebaute Straßen, kreuzt Alltag und Verkehr und macht die alte Grenze nur punktuell sichtbar. Wegweiser, Bodenmarkierungen und Infotafeln helfen, die Spur zusammenzusetzen. Wer mit dem Rad fährt, merkt schnell: Diese Geschichte erzählt sich über Bewegung. Ein einzelner Blick reicht nicht.

Berlin.de beschreibt den Abschnitt vom Wachturm am Schlesischen Busch zum Grenzübergang Sonnenallee als Teil des Mauerwegs zwischen Treptow und Neukölln. Genau diese Verbindung trägt den Auftakt der Serie: nicht ein isolierter Punkt, sondern eine Linie durch die Stadt.

Mehr zum Ort Berliner Mauerweg in Treptow

3. Sonnenallee: ein Grenzübergang auf einer heutigen Alltagsachse

Die Sonnenallee ist laut, breit, bewegt. Gerade deshalb ist der frühere Grenzübergang hier so wichtig. Der Ort ist nicht entrückt. Er liegt mitten im Verkehr, zwischen Radspur, Busspur und Gehweg. Die Infostele erinnert daran, dass die Grenzübergangsstelle von der Bezirksgrenze Neukölln/Treptow in Richtung Heidekampweg reichte und nach dem 13. August 1961 für viele Menschen nicht mehr einfach passierbar war.

Hier wird besonders klar, warum diese Serie nicht nach Ruinen sucht. Sie sucht nach Orten, an denen Gegenwart und Vergangenheit gleichzeitig sichtbar sind.

Mehr zum Ort ehemaliger Grenzübergang Sonnenallee

Infostele zur Grenzübergangsstelle Sonnenallee am Berliner Mauerweg

Passend zum Jahrestag

Rund um den 13. August lohnt diese Strecke besonders, weil sie den Mauerbau nicht abstrakt erzählt. Sie zeigt, was eine Grenze im Alltag bedeutet: Wege wurden unterbrochen, Arbeitswege verändert, Nachbarschaften durchschnitten. Wenn Du tiefer einsteigen willst, findest Du auf Köpenick Info auch das Gedenken zum 65. Jahrestag des Mauerbaus und die Mauerweg-Führung durch Treptow.

Quellen und weiterführende Orte

Weiter in der Serie: Alle Hidden-Places-Teile auf Köpenick Info ansehen.